Stabilizing an Unstable Economy
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Der 1996 verstorbene Amerikanische Wirtschaftstheoretiker Hyman P. Minsky hatte schon vor Jahrzehnten eine Theorie der Finanzmärkte vorgelegt, die ziemlich gut erklärt, was sich seit einiger Zeit an den Märkten abspielt.
Minskys Theorie sieht so aus: In Zeiten des Wachstums verlieren Banken, Unternehmen und Konsumenten das Gefühl für Risiko und beginnen, von der Gier nach immer höheren Gewinnen getrieben, sich immer risikoreichere Finanzierungen zu stürzen. Gefördert wird diese Neigung durch den Herdentrieb und den Wettbewerb zwischen den Banken um neue Kunden, der dazu führt immer risikoreichere Produkte zu entwickeln.
Minsky nennt drei Arten von Kreditnehmern. Schuldner die in der Lage sind, ihre Kredite zu bedienen und zurückzuzahlen. Schuldnern, die zwar Zinsen zahlen, aber ihre Kredite nicht tilgen können und damit auf Wertsteigerung bis zur Endfälligkeit bzw. auf neue Darlehen angewiesen sind und solche, die zu arm sind, um auf ihre Kredite auch nur Zinsen zu zahlen. Sie bauen alleine auf erwartete außerordentliche Preissteigerungen der Vermögensgüter, die sie auf Kredit gekauft haben.
Als „Minsky-Moment“ bezeichnet man eine Phase, in der Kreditgeber äußerst vorsichtig mit neuen Krediten werden und in der Folge nicht nur wirtschaftlich schwache, sondern auch eigentlich solide Finanzhäuser in Schwierigkeiten bringen. Ein an sich kleines Ereignis kann hier einen Domino Effekt auslösen und das Kartenhaus zum einstürzen bringen.
Minsky war der Auffassung, dass ohne das Eingreifen des Staates, solche Krisen nicht zu bewältigen sind und die "Selbstheilungskräfte des Marktes" dafür nicht ausreichen. Wenn man sich die Aktivitäten der Notenbanken in letzter Zeit ansieht dürften sie sich seiner Meinung angeschlossen haben.
Lesetipp: Marc Schnyder: Die Hypothese finanzieller Instabilität von Hyman P. Minsky Dissertation an der Universität Freiburg i.Ue.




